Häufige Fragen 2017-07-11T13:29:01+00:00

Häufige Fragen

Grundsätzlich muss jeder Erblasser für sich ein eigenes Testament errichten. Ehegatten und eingetragene Lebenspartner können abweichend davon in einer Urkunde ein sogenanntes gemeinschaftliches Testament eigenhändig (privatschriftlich) oder öffentlich (vor einem Notar) errichten. Bei einem privatschriftlichen Testament genügt es, wenn ein Partner das Testament eigenhändig schreibt, es muss aber in jedem Fall von beiden persönlich unterzeichnet werden. Das gemeinschaftliche Testament bietet die Möglichkeit (aber auch die Gefahr) einer stärkeren wechselseitigen Bindung, durch die das Widerrufsrecht des Überlebenden nach dem Tode des Erstversterbenden eingeschränkt wird. Vor der Errichtung eines gemeinschaftlichen Testaments empfiehlt es sich, insbesondere im Hinblick auf die vorgenannten wechselseitigen Bindungswirkungen, einen Anwalt oder Notar Ihrer Wahl zu Rate zu ziehen.

Ein Berliner Testament ist eine Sonderform des gemeinschaftlichen Testaments. In ihm setzen sich die Ehegatten jeweils gegenseitig zum (Voll-) Erben ein und nach dem Tod des Letztversterbenden einen Dritten, häufig die Kinder (als Schlusserben).

Hat der Erblasser vor dem Tode Vermögensgegenstände, zum Beispiel ein Grundstück, verschenkt, schmälert diese Schenkung den Nachlass und damit die Höhe des Pflichtteilsanspruchs, der sich als Hälfte des Werts des gesetzlichen Erbteils definiert. Da der Gesetzgeber die Pflichtteilsberechtigten unter bestimmten Voraussetzungen vor Wertminderungen schützen will, wird diese Schmälerung des Nachlasses mit Hilfe des Pflichtteilsergänzungsanspruchs ausgeglichen. Der Pflichtteilsberechtigte wird bei Schenkungen innerhalb der letzten zehn Jahre vor dem Erbfall so gestellt, als ob die Schenkung nicht erfolgt und damit das Vermögen des Erblassers durch die Schenkung nicht verringert worden wäre. Mit der geplanten, aber noch nicht verabschiedeten Erbrechtsreform soll eine Schenkung für die Berechnung des Ergänzungsanspruchs künftig mit jedem vergangenen Jahr seit der Schenkung um 1/10 weniger berücksichtigt werden. Damit wird dem Erben mehr Selbstbestimmung und dem Beschenkten mehr Planungssicherheit eingeräumt. Ein weiterer Kernpunkt der geplanten Reform ist die Regelung eines Ausgleichs familieninterner Leistungen, z. B. Pflege.

Das eigenhändige Testament können Sie z. B. in der eigenen Wohnung oder bei einer Person Ihres Vertrauens aufbewahren. Wird das Testament beim Nachlassgericht hinterlegt, ist ein Missbrauch ausgeschlossen. Die Hinterlegungsgebühr richtet sich nach dem Wert des Vermögens des Erblassers bzw. beim gemeinschaftlichen Testament beider Erblasser. Sie beträgt gemäß der Anlage zu § 32 KostO ein Viertel der vollen Gebühr, d. h. bei einem Nachlasswert von beispielsweise 100.000 Euro wären dies 51,75 Euro und bei 500.000 Euro würden 201,75 Euro Gebühr anfallen; jeweils zzgl. MwSt.

Sie können Ihr Testament jederzeit nachträglich ändern (Ausnahmen können beim gemeinschaftlichen Testament gelten) – auch dann, wenn das vorherige Testament in amtliche Verwahrung genommen wurde. Wichtig ist generell dabei, dass jede Änderung oder Ergänzung mit Datum und abschließender Unterschrift versehen wird. Sie können Ihr Testament widerrufen

  • indem Sie ein neues privatschriftliches oder notarielles Testament errichten, das ganz oder in Teilen von dem früheren Testament abweicht,
  • indem Sie ein neues Testament errichten, das sich auf den Widerruf beschränkt.

Alternativ zu diesen beiden Möglichkeiten kann ein eigenhändiges Testament auch dadurch widerrufen werden, indem es vernichtet wird, ein notarielles Testament, indem es aus der amtlichen Verwahrung genommen wird.

Aufgabe eines Testamentsvollstreckers ist es, die letztwilligen Verfügungen des Erblassers auszuführen und/oder den Nachlass zu verwalten. Eine Testamentsvollstreckung sollte vom Erblasser immer dann erwogen werden, wenn die Abwicklung des Nachlasses umfangreich ist oder längere Zeit in Anspruch nimmt, beispielsweise bei großem Immobilienvermögen, Auslandsbezügen, Unternehmen im Nachlass, minderjährigen oder behinderten Erben, bei einer Vielzahl von Erben, aber auch dann, wenn Streit zwischen Erben und Vermächtnisnehmern zu befürchten ist.

Ein Erbschein wird auf Antrag vom zuständigen Nachlassgericht erteilt, der vor allem zur Legitimation gegenüber dem Grundbuchamt für die Umschreibung von Grundstücken oder zum Nachweis des Erbrechts gegenüber Banken benötigt wird. Existiert bereits ein notarielles Testament oder ein Erbvertrag, kann der Erbrechtsnachweis auch dadurch geführt und die Kosten des Erbscheins gespart werden.

Ist die Ehe rechtskräftig geschieden worden, so wird ein Testament oder Erbvertrag, in dem der andere Ehegatte begünstigt wird, unwirksam. Wenn zum Zeitpunkt des Todes des Erblassers die Voraussetzungen für die Scheidung gegeben waren und der Verstorbene die Scheidung beantragt oder ihr zugestimmt hat, erbt der Partner ebenfalls nichts. Gleiches gilt auch für die Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft.

In der Anlage zu § 32 KostO sind die Gebühren nach Geschäftswert aufgeführt. Sie finden diese Tabelle im Internet unter: www.bnotk.de oder fragen Sie hierzu Ihren Anwalt oder Notar.

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